Suzuki V-Strom 650 XT; Erste Eindrücke; Fortsetzung

Ihr habt ein Motorrad getestet? Dann lasst uns daran teilhaben! Testberichte von Motorradfahrern für Motorradfahrer.

Suzuki V-Strom 650 XT; Erste Eindrücke; Fortsetzung

Beitragvon Bernhard_1961 » Di 12. Jul 2022, 13:28

Los geht's:

3. Das Fahren selbst:
Die kleine Susi ist vor allem eines nicht: nervös! Bis dato habe ich an der Fahrwerksabstimmung bis auf die Federvorspannung im 2 Personen-Betrieb noch nichts geändert.
Sie schlägt auf welligem Geläuf hinten nicht durch (schwingt auch nicht nach!) und das Gabelnicken beim Bremsen ist nicht anders als bei der 1190er Kati.
Vielleicht werde ich dem Federbein eine etwas stärkere Feder von Hyperpro verpassen, aber das will ich erst nach dem Herbsturlaub (HR-Küste und Inseln) neu beurteilen.

Schalten: nur das Getriebe der KTM ist eindeutig geschmeidiger. Das der Susi ist nicht schlecht, aber sollte man beim Rollen zu einer Kreuzung (oder vor einem Halt) vergessen herunterzuschalten,
so wird das nachträgliche Schalten am Stand zur Geduldsprobe und lässt sich nur mit dem Spielen mit der Kupplung bewerkstelligen.

Kurvenhatz: Die Schräglagenfreiheit ist größer als mein Mut! Die Susi lässt sich herrlich leicht von einer Kurve in die andere werfen, ist spurstabil und ihre Originalreifen sind auch bei Regen top!

Beschleunigung: von einer 650er mit grad mal 71PS und satten 62Nm Drehmoment (da haben Elektrofahrräder mehr!), darf man sich keine Speedorgien erwarten!
Beim Überholen ist Vorsicht angesagt! Sie ist keine KTM mit 150PS und dem vorrausschauenden Fahren bekommt wieder mehr Bedeutung zu.
Dafür reist es sich sehr entspannt. Fazit: Sie tut was sie soll, ist rasch (relativer Begriff) auf Reisetempo (120-140) und hat uns auch sicher auf die Insel Elba und zurück gebracht.

Windschutz: die original Handschützer reichen vollauf, wenngleich sie bei einem Umfaller die Hebel nicht zu schützen vermögen (fehlender Alubügel, es gibt aber bei SW-Motech welche zum Nachrüsten)
Das original Windschild lässt sich nur mit Werkzeug in 3 Stufen verstellen und war mir eh zu kurz, so dass es gegen eine Givi-Airflow Scheibe ersetzt wurde (ohne Werkzeug in der Höhe verstellbar)

Was auf jeden Fall nervig ist: die (ohne Werkzeug) nicht vorhandene Scheinwerferverstellmöglichkeit. Bin ich voll beladen unterwegs, dann blende ich den Gegenverkehr trotz voller Federvorspannung!!!
Die im Netz auffindbaren Vorschläge zur Abhilfe (sprich Scheinwerfer verstellen) halten sich in Grenzen. Zum Lampenwechsel muss man die Tachoeinheit ausbauen, das gilt auch für die Verstellung der Scheinwerfer!!! (gemäß Fahrerhandbuch!)
Ich habe den Verkäufer aufgesucht um die Einstellung neu zu justieren, die bauen die Tachoeinheit nicht aus, sondern stellen die Reflektoren (Abblend- und Fernlicht sind getrennt! voneinander verstellbar)
mit einem mindestens 40cm langen Kreuzschraubenzieher von unten her ein.
Ja sicher!!!!! Das ist genau das, was man auf einer langen Tour braucht: ändert sich der Beladungszustand, dann absteigen, justieren, aufsitzen, prüfen, vielleicht nocheinmal absteigen....mühsam!!!
Das haben meine Ex-BMW und meine Wing eindeutig besser gelöst!!!!
Hier ist also Entwicklungsarbeit angesagt, die werde im Winter dann angehen!

4. Tanken: das Stahlbech-Fässchen (praktisch für günstige Magnet-Tankrucksäcke) fasst 20 Liter. Damit komm ich zumindest 350km, habe aber auch schon 420km damit geschafft.
Für schnelle Autobahnetappen, mit Sozia, Gepäck und anständigen Gegenwind hat sie sich auch schon mal 7 Liter genehmigt! (da ist vor 300km Schluss mit lustig!)
Nach über 6000km hat sich der Verbrauch allerdings auf 4,2L/100km eingependelt. Denke das ist ok!

Unterm Strich: es gelten meine einleitenden Worte. Man kann mit der Susi nichts falsch machen.
Sie war eigentlich auch nie (Moni!) auf meinem Schirm, aber ich bereue den Kauf keineswegs.
Und stellt euch vor, es fahren nur Italienerinnen (weil fescher?) auf den Straßen herum, furchtbarer Gedanke (wie eine Einheitshaarfarbe für die Damen der Schöpfung, echt schlimm!)
Dass man aufgrund des Preises (8900.-) da und dort gespart hat, erklärt sich von selbst. Doch um dieses Geld bekommt man vielleicht 1/3 1250er GS, die letztendlich auch an die Grenzen der Physik gebunden ist.
Da verklopfe ich lieber die anderen 2/3 mit ausgedehnten Moto-Urlauben und geh mit den ersparten Servicekosten auch noch mehrmals fein dinieren!!!!

Doch jedem das seine, jeder das ihre und mir meine Wing und meine kleine Susi!

Bleibt gesund und habt viele stressfreie Sommerkilometer, man liest sich wieder!

LG, Bernhard
...probiers mal mit Gemütlichkeit...
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Re: Suzuki V-Strom 650 XT; Erste Eindrücke; Fortsetzung

Beitragvon Moni » Di 19. Jul 2022, 16:11

Bernhard_1961 hat geschrieben:Und stellt euch vor, es fahren nur Italienerinnen (weil fescher?) auf den Straßen herum, furchtbarer Gedanke (wie eine Einheitshaarfarbe für die Damen der Schöpfung, echt schlimm!)


:gruebel da würd ich eher sagen: stellt euch vor, es fahren noch mehr Deutsche (weil männlich kraftvoll erscheinend?) auf den Straßen herum, als es eh schon Usus ist...
Es war nicht meine Absicht, die kleine Suzi herabzuwürdigen, genausowenig, wie die ganzen GSn- es ist mir schlichtweg "blunzn", wer welches Motorrad fährt- im Gegenteil: ich finds erquickend und top, solch einen Testbericht, wie den deinen, zu lesen.
In diesem Sinne bleibe ich verliebt in meine Belissima mit all ihren "Tuckn" und wünsch dir weiterhin viel Freude und Genuss mit den Deinen- vor allem Erfolg im Winter bei diversen Mängelbehebungen +top
Vielleicht erzählst du wieder einmal, wenn HR Reise und Inseln vorbei
Liebe Grüße Moni 497
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